„Männerliebe“ begeisterte Theater-Freunde

Harmonie-Laienspielschar in Holzheims Kultureller Mitte vor 1.200 Zuschauern in vier Aufführungen

Ein Hof voller Narren! vlnr. Da schauen Opa Erwin (Karl-Heinz Klee), Mutter Dippelmann (Karin Reitz), Schwester Esther (Heike Kuhl) mit Verwunderung was die angebliche polnische Mutter (Marco Grabs-Wünsch) von Irena (rechts Anna-Maria Müller) zum warmehrzigen Dippelmann-Sohn Jonathan (Thomas Klee) so sagt.

Ein Hof voller Narren! vlnr. Da schauen Opa Erwin (Karl-Heinz Klee), Mutter Dippelmann (Karin Reitz), Schwester Esther (Heike Kuhl) mit Verwunderung was die angebliche polnische Mutter (Marco Grabs-Wünsch) von Irena (rechts Anna-Maria Müller) zum warmehrzigen Dippelmann-Sohn Jonathan (Thomas Klee) so sagt.

POHLHEIM/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Am Wochenende blieb in Holzheim vor Lachen kein Auge trocken. 1.200 Zuschauer erlebten in vier allesamt ausverkauften Vorstellungen den neuesten Coup der Harmonie Laienspielschar mit der Verwechslungskomödie „Ein Hof voller Narren“ und bekamen dabei beste Volksspielunterhaltung in der Kulturellen Mitte Holzheims serviert. Das lag vor allem an den Schauspielern Marco Grabs-Wünsch, Karl-Heinz und Thomas Klee, Heike Kuhl, Kristin Loh, Anna-Maria Müller, Karin Reitz und Volker Vonderheidt, die es auf ihre eigene Weise vollbrachten, Charaktere auf der Bühne zu verkörpern, die man einfach ins Herz schließen musste. Diesmal packten sie im dörflichen Umfeld, die heißen Eisen „Männerliebe“ und „Polenvorurteile“ in dem Stück an. Das es dabei witzig aber nicht zotig wurde, sondern es viel mehr ein Plädoyer für die zwischenmenschliche Liebe von Menschen und gegen kleinstädtische Intoleranzen mit viel Witz und Situationskomik wurde, war der ausgesuchten Geschichte und den einzigartigen Schauspielern geschuldet, die ihre Rollen vor toller Bühnenkulisse auf dem Bauernhof von der fiktiven Familie Dippelmann authentisch den begeisterten Zuschauern vermittelten.

 

Harmonie_Spielschar_HofVollerNarren03So führte zu Beginn Horst Biadala in das „gesellschaftskritische Stück“ in drei Akten ein, in deren zentraler Mittelpunkt vor dem großen „Coming out“ die geheime Liebe zweier Männer und ein anstehendes Hoferbe stand. Nach dem der Vorhang aufgezogen war, hatte die Zuschauer nach den ersten Dialogen schon die beiden Haupt-Protagonisten, den warmherzigen Jungbauern Jonathan Dippelmann (Thomas Klee) und seinen bunten Paradiesvogel Detlef (Marco Grabs-Wünsch) in ihr Herz geschlossen. Als „toller Hecht“ entpuppte sich zudem der schwerhörige Großvater Erwin (Karl-Heinz Klee), der von der polnischen Pflegekraft Irena (Anna-Maria Müller) im Rollstuhl resolut betreut, mit seinem verdrehten Wortwitz zu eindeutig zweideutigen Missverständnissen führte. Mit verschmitzen Lächeln und verdrehten Sätzen strapazierte er die Lachmuskeln der Zuschauern auf besondere Weise. Als von der grantelnden Schwester Esther (Heike Kuhl) die Diskussion um die richtige Landwirtschaft zwischen Bio- oder Massentierhaltung gestellt wurde, eröffnete die gestrenge Hof-Mutter Ruth Dippelmann (Karin Reitz), den Wettlauf um das Hoferbe zwischen Bruder und Schwester. „Leben, Beten, Kinderschuhe auf dem geerbten Hof oder das geldwerte Erbteil?“ stellte sie die Frage und eröffnete den Wettkampf ums Hof-Erbe. „Hoierkacke“ meinte da nur der vom Tourette-Syndrom geplagte Hofknecht Hannes (Karl-Heinz Vonderheidt), der als bis dahin Verschmähter Knecht mit seinem Tick von der nun Ehemann suchenden Esther mit den Worten „Küß mich und ich gehöre dir!“ heimgesucht wurde. Dahingegen rettete sich „Mamas Bester“ Jonathan mit der Polin Irena in die Verlobung, um seinen Bio-Hof mit Hilfe der „Schnellheirat“ zu bekommen. Esther ging leer aus, Jonathan sollte die Schwiegermutter vorstellen. Das polnische Mütter Haare auf der Brust haben, machte selbst die in den „Wechseljahren“ einiges gewohnte Hof-Mutter stutzig. „Mutter bis du peinlich!“ sagte die skeptische Esther als die beiden „Frauen“ zu Partygängern in der Wellness-Oase mutierten. Scheinheirat, so ihre Vermutung, die in einer von ihr als „Behördendame“ selbst gestellten „Beziehungschlüssigkeitsprüfung“ von Bruder und Irena gipfelten. Detlefs weibliche Verwandlung flog auf, als Irenas richtige Mutter Natalia Lewandowski (Kristin Loh) aus Polen unangemeldet zum Kinderbesuch auftauchte. Detlefs Perücke war auf einmal ab und es sprühten die Funken der wahren Liebe auf der Kulti-Bühne. Die beiden Männer lagen sich küssend in den Armen und Mutti gab großherzig ihren Segen. Und auch Knecht Hannes und Irina verbargen nicht mehr ihre deutsch-polnische Zuneigung. Während Opa Erwin nur noch Bahnhof verstand war das Publikum Hin und Weg angesichts der Wendungen, Verwirrungen mit finalen „Happy End“. Die drei Stunden Harmonie-Theater in der Holzheimer Kulti waren, wie im Flug vergangen.

 

Ein Hof voller Narren! vlnr. Detlef, der bunte Paradiesvogel (Marco Grabs-Wünsch) liebt Jonathan, den warmherzigen Jungbauern (Thomas Klee). Das freut zum Finale der Verwechslungskomödie in der Kulturellen Mitte Holzheims auch die Mutter Ruth Dippelmann (Karin Reitz) währenddessen Schwester Esther (Heike Kuhl), Irenas polnische Mutter Natalia (Kristin Loh), ihre Tochter (Anna-Maria Müller, der schwerhörige Opa Erwin (Karl-Heinz Klee), Hannes der Knecht (Volker Vonderheidt) und Pega von Tihock, der Münsterländer Adel auf vier Pfoten erstaunt die Verwicklungen bestaunen.

Ein Hof voller Narren! vlnr. Detlef, der bunte Paradiesvogel (Marco Grabs-Wünsch) liebt Jonathan, den warmherzigen Jungbauern (Thomas Klee). Das freut zum Finale der Verwechslungskomödie in der Kulturellen Mitte Holzheims auch die Mutter Ruth Dippelmann (Karin Reitz) währenddessen Schwester Esther (Heike Kuhl), Irenas polnische Mutter Natalia (Kristin Loh), ihre Tochter (Anna-Maria Müller, der schwerhörige Opa Erwin (Karl-Heinz Klee), Hannes der Knecht (Volker Vonderheidt) und Pega von Tihock, der Münsterländer Adel auf vier Pfoten erstaunt die Verwicklungen bestaunen.

Lang anhaltender begeisternder Beifall waren die Belohnung für tolle Leistungen aller Schauspieler, unter denen auch der Münsterländer Adel auf vier Pfoten, Pega von Tihock, eine tierische Rolle als Hofhund mit Ruhe und viel Aufmerksamkeit im vollbesetzten Saal gespielt hatte. Großer Dank ging zudem an Kristin Loh und Karl-Heinz Klee für die detailreiche Bühnen-Dekoration, Anneliese Jung und Inge Biadala (beide Souffleusen), Christl Debus und Saskia Schwellnus (beide Maske), Hans Reitz (Technik), Sophia Jung (Bühnen-Tagesanzeigerin) und Regisseur Matthias Hampel sowie an alle Helfer vor und hinter der Bühne. Am Ende wurde festgestellt: Die Holzheimer hatten auf und rund um die Bühne alles wieder einmal hervorragend gelöst und das Publikum auf die schönste Weise mit viel Humor unterhalten.

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