„Alte Kirche“ ist emotionelles Bindeglied in Watzenborn-Steinberg

Walter Damasky und Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer bei der „Alten Kirche“ in Watzenborn-Steinberg

Walter Damasky und Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer bei der „Alten Kirche“ in Watzenborn-Steinberg

Walter Damasky und Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer bei der „Alten Kirche“ in Watzenborn-Steinberg

Walter Damasky und Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer bei der „Alten Kirche“ in Watzenborn-Steinberg

POHLHEIM/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Die „Alte Kirche“ in Watzenborn-Steinberg, deren erster Kapellenbau um das Jahr 1000 vermutet wird, ist ein Kulturdenkmal mit Bedeutung über die Grenzen von Pohlheim hinaus. Es hat wechselvolle Zeiten überdauert und beherbergte Christen katholischen, ab 1561 evangelischen und ab 1955 wieder katholischen Glaubens. 1992 kaufte die Stadt Pohlheim das im romanischen und später im Jahr 1489/90 im gotischen Stil errichtete Kirchenschiff. Dort feierten von da an bis zum Jahr 1999 die syrisch-orthodoxen Christen ihre Gottesdienste. 1997 wurde unter Vorsitz vom damals neuen Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer mit engagierten Bürgern der „Förderverein zur Rettung der Alten Kirche“ gegründet, um die Bausubstanz zu sichern und zu sanieren. 100 Mitglieder zählt der Förderverein. Vieles wurde seit dem Start bis heute verwirklicht. Rund 200.000 Euro in Geld- und noch einmal die gleiche geschätzte Höhe in Sachleistungen wurden in 14 Jahren von engagierten Bürgern gespendet. Aber noch ist die Arbeit nicht zu Ende, berichten die Fördervereins-Aktiven Schäfer und Rechner Walter Damasky im Gespräch.

 

Als am 22. November 1998 das erste Benefiz-Konzert zu Gunsten der Alten Kirche in der Volkshalle stattfand, ahnte noch keiner der Beteiligten, dass dies das Startzeichen für eine Erfolgsgeschichte zur Rettung dieses besonderen Kulturgutes in Nachbarschaft zur Christuskirche sein würde. „Wir mussten sehen, wie wir es finanzieren.“ so Damasky. Der Vorstand entwickelte einen Plan bei dem Prioritäten gesetzt wurden. Die Kirchenhülle musste als Erstes abgedichtet werden. So wurde der Turm mit neuen Schiefer eingedeckt und mit Turmspitze und Wetterhahn versehen. Im Jahr 1999 wurden dafür alleine schon 58.000 Euro investiert. Es gab weitere Aktionen des Fördervereins. Mit einem Buch, Kalender und Ansichtskarten wurden Spendengelder gesammelt. 2001 konnte dann der Westgiebel komplett saniert werden. Nach historischen Vorlagen wurde der Treppenaufgang geschaffen, die alten Eingangstüren restauriert und wieder eingebaut, dass alles auch immer mit vielen Eigenleistungen. 2003 wurden die alten Grabsteinplatten aufgearbeitet und eine Infotafel zur Geschichte der „Alten Kirche“ angebracht. Das Gotteshaus erhielt eine neue Beleuchtung, die besonders im Außenbereich das Gebäude in den Abendstunden sichtbar für die Bürger machte. Kirchenbänke konnten Dank Bürger-Patenschaften finanziert werden. Als 2007 der hölzerne Fussboden freigelegt wurde, entdeckte man noch ältere Fundamente als gedacht. Die Denkmalschutzbehörde sichtete alles. Es wurden alte Fundamente, Gräber, Keramiken und andere Gegenstände gefunden, die nach Dokumentation vor Ort unter Sand gesichert wurden. Der Boden ist heute saniert und mit einer Fußbodenheizung versehen. Eine elektronische Orgel wurde angeschafft, währenddessen die alte Orgel aus dem Jahr 1890 zunächst in der Heimatstube lagert. Die Kosten in Höhe von 120.000 Euro für die Sanierung überstiegen die Möglichkeiten des Fördervereins, erklären Schäfer und Damasky. Vor zwei Jahren wurde ein weiteres wichtiges Projekt mit der Toilettenanlage mit viel Eigenleistungen verwirklicht. Zusätzlich wurde der Vorplatz mit Pflaster angelegt. Zwei Jahre lang dauerte die Sanierung der Ostwand, deren Risse im Mauerwerk nach Vorgaben des Denkmalschutz rundum saniert wurden. Hier waren besonders im unteren Teil einige freiwillige Helfer unter sachkundiger Mitwirkung des Watzenborn-Steinberbers Peter Schmidt vom heimischen Malerunternehmen Pitz im Einsatz, würdigen Damasky und Schäfer vor Ort diese wichtigen Arbeiten. All diese Arbeiten erhöhten die Nutzbarkeit der Kirche, die heute regelmäßig für Andachten, Trauungen, Beerdigungen und für Konzerte weltlichen oder kirchlichen Charakters von der Bürgerschaft genutzt werden. „Das hält die Kirche im Blickpunkt und fördert die emotionelle Bindung.“ so Schäfer. „Die Stadt Pohlheim ist dem Förderverein und ihren Mitgliedern zu großem Dank verpflichtet.“ Durch den Bürgersinn ist viel Gutes an Gemeinschaftseigentum gewonnen worden, unterstreicht der Bürgermeister weiter. Gemeinsam mit Damasky, die beide bei der Gründung des Fördervereins dabei waren, ist Schäfer sich einig, dass noch einiges an Arbeit und Geld zum Erhalt der Alten Kirche notwendig ist. In Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz werden gerade die Kosten für die anstehende Sanierungen geschätzt. Die Fenster stehen als nächstes auf der Wunschliste.

 

Spenden für den Förderverein für die Rettung der Alten Kirche sind weiterhin willkommen. Die Konto-Nummern lauten der Volksbank: 60202605, IBAN: DE72513900000060202605, BLZ: 51390000

der Sparkasse: 242022650, IBAN: DE51513500250242022650, BLZ: 51350025.

 

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