Flüchtlingskinder lachen nicht mehr

 Kulturabend „Töne, Themen, Talente“  an der Adolf-Reichwein-Schule Pohlheim

Gemeinsamkeit der Kulturen bekräftigt

Ich wünsche mir, dass es allen Menschen gut geht, egal welcher Religion und Frieden ist." Die Adolf-Reichwein-Schülerin und junge Jesidin war in den Ferien für zwei Wochen im Nord-Irak im Hilfseinsatz in einem Flüchtlingslager und berichtete auf der Coach bei Norbert Kissel über die Not ihres Volkes und die Situtation in dem Lager

Ich wünsche mir, dass es allen Menschen gut geht, egal welcher Religion und Frieden ist.“ Die Adolf-Reichwein-Schülerin und junge Jesidin war in den Ferien für zwei Wochen im Nord-Irak im Hilfseinsatz in einem Flüchtlingslager und berichtete auf der Coach bei Norbert Kissel über die Not ihres Volkes und die Situtation in dem Lager

POHLHEIM/MITTELHESSEN (rge/ger/rg), Mit dem Hintergrund eines von ihr gemachten Fotos von einem im Flüchtlingslager in Syrien neu geborenen Säuglings in einer einfachen Holzkrippe hatte die Pohlheimer Adolf-Reichwein-Schülerin Songül Celik nur ein Anliegen: „“Ich wünsche mir, dass es allen Menschen gut geht -egal welcher Religion sie angehören- und das endlich Frieden ist.“ Die junge Jesidin war in den Ferien für zwei Wochen als freiwillige Helferin in einem der Flüchtlingslager und berichtete am Kulturabend der Schule unter dem Titel „Töne, Themen und Talente“ was sie dort erlebt hatte. Das war eines der vielfältigen und nicht immer einfachen Themen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler in ihren Präsentationen auseinandersetzten. Schulleiter Norbert Kissel hatte sich dazu erstmals die Gesprächsform der TV erprobten Talk-Runden am einladenden Couchtisch mit entsprechender Sitzgelegenheit ausgesucht. Er konnte am Mittwochabend in der Schulaula neben Schülern, Lehrern und Eltern auch kommunalpolitische Gäste mit der Landkreis-Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl und Bürgermeister Udo Schöffmann willkommen heißen.

 

Auch Step-Aerobic wurde am Themenabend unter dem Titel "Töne-Themen-Talente" an der Adolf-Reichwein-Schule gezeigt

Auch Step-Aerobic wurde am Themenabend unter dem Titel „Töne-Themen-Talente“ an der Adolf-Reichwein-Schule gezeigt

Keine Leistungsschau, sondern Schulkultur in ihrer ganzen Breite bilde der Abend ab, unterstrich Kissel. Der Abend bilde nur eine kleine Auswahl der Präsentationen wieder. Dazu gehörten auch die sportlichen jungen Frauen der Klasse 10, die sportliche Step-Aerobic zur Eröffnung präsentierten. Aus der Sparte „Biologie“ berichtete Annabell Sauer über Arten, Anatomie und die artgerechte Haltung von bunt gefiederten Papageien, von denen sie seit ihrer frühen Kindheit fasziniert ist. Vom Longboard, dem Vorgänger des Skate-Boards, berichtete Thomas Zimmermann. „Ich liebe das Gefühl der Geschwindigkeit.“ gab er zu und zeigte dazu einen Film von einer schnellen Abfahrt auf einer Alpenstraße. Die Sinnesorgane der Heuschrecke mit Augen und Fühlern erläuterte Tom Wilfing aus der Sparte Naturwissenschaft, einem neben Musik weiteren Schwerpunkt an der Adolf-Reichwein-Schule. Der Geschichte aus dem Mittelalter von der Universalgelehrten und Benediktinerin Hildegard von Bingen war Katharina Vaahsen auf der Spur gewesen. Musikalisch wurde es bei Magnus Gessner, der die E-Gitarre zum Thema hatte und dabei auch ein Solo von Jimmy Hendrix spielte. Die schönen Künste waren auch mit Bildern von Alxandra Volk vertreten. Die zeigte ihre Werke von Aquarell bis Öl und erläuterte ihre Leidenschaft und Techniken beim Malen. Thematisiert wurde danach von Kissel, die neue Handy-Einschränkung an der ARS. „Nicht das Handy ist Herr über uns, sondern wir sind Herr über das Handy.“ sagte er und führte zur nächsten Präsentation dem „Cybermobbing“. Mellisa Neufeld fand die Regelung gut, denn so könne der Missbrauch eingeschränkt werden. Über das Handy und die Möglichkeiten in den sozialen Netzwerken wurde bereits jeder vierte Jugendliche einmal lächerlich gemacht oder gar „gemobbt“, informierte sie aus ihrer Präsentation. Ihre Warnung an die Mitschüler: Nicht so viel von sich im Internet preisgeben. Unverständnis zeigte Songül Celik, dass Menschen nur wegen ihrer Religion verfolgt und umgebracht werden. Sie informierte über die monotheistische Religion der Jesiden, die friedlich seien. „Ich wollte nicht zu hause sitzen, wenn mein Volk im Irak zerstört wird.“ war ihr Beweggrund um für zwei Wochen in der Kriegsregion zu helfen. Sie traf auf traumatisierte Kinder, erlebte unmenschliche Zustände in den Lagern und vor allem ist ihr aufgefallen, dass es kein Lachen mehr in den Kindergesichtern gibt. Am Ende des Kuturabends kamen zwei aramäische Flüchtlingskinder mit Nuur und Merry zu Wort, die seit mehreren Monaten in Pohlheim Schutz und Sicherheit gefunden haben. Sie sind in der so bezeichneten „Intensivklasse“ der ARS. Mit ihrer Lehrerin Elizabeth Barmann, berichteten sie von ihren ersten Erfahrungen in Deutschland und dem Unterricht, bei denen sie auch von Schulpaten begleitet werden. Das alles soll ihre Integration erleichtern und ihnen einen Platz in der Gesellschaft geben. Der Aufruf an die Schüler als Schulpaten zu helfen, habe eine so nicht erwartete hohe Resonanz ergeben, freute sich Kissel. „Wir lernen, lesen und reden gerne.“ bestätigten die beiden Mädchen in deutscher Sprache. Instrumental präsentierten sich danach Lea und Matthias Voth, Jessica Wiens, Jonas Wiebe und Seline Thilmann mit dem Stück „Unser Gott“.

 

Der Schulleiter der Adolf-Reichwein-Schule Norbert Kissel hört beim Themenabend in der Aula den Ausführungen der Lehreriin der Intensivklasse, Elizabet Barmann zu, die zwei ihrer Schülerinnen mit Nuur und Nerry mitgebracht hatte. Die sind seit einigen Monaten in Deutschland aus den Bürgerkriegsgebieten im Nahen Ostenund werden von ihr in deutscher Sprache unterrichtet.

Der Schulleiter der Adolf-Reichwein-Schule Norbert Kissel hört beim Themenabend in der Aula den Ausführungen der Lehreriin der Intensivklasse, Elizabet Barmann zu, die zwei ihrer Schülerinnen mit Nuur und Nerry mitgebracht hatte. Die sind seit einigen Monaten in Deutschland aus den Bürgerkriegsgebieten im Nahen Ostenund werden von ihr in deutscher Sprache unterrichtet.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ zitierten alle Schüler am Ende des Abends aus dem ersten Artikel des Grundgesetzes. Zudem wurde die zutiefst menschliche Botschaft der Gemeinsamkeit der Kulturen an der Adolf-Reichwein-Schule gemeinsam bekräftigt. „Uns eint die Erkenntnis, das es die eine Sonne ist, die für uns alle schein und dass es die eine Erde ist, die uns alle hervorgebracht hat und uns erhält.“ sagten sie und stimmten dann das ARS-Schullied an.

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