„Aber, aber Herr Pfarrer!“ – Harmonie-Spielschar unter Papst-Aufsicht gut aufgelegt

Gut lachen haben vlnr. die heiratswillige Dorothea Kruse (Kristin Loh), Atze (Thomas Klee) und sein Freund der Obdachlose Freddy als unfreiwilliger Pfarrer Freddy Schwarz (Karl-Heinz Klee)

Gut lachen haben vlnr. die heiratswillige Dorothea Kruse (Kristin Loh), Atze (Thomas Klee) und sein Freund der Obdachlose Freddy als unfreiwilliger Pfarrer Freddy Schwarz (Karl-Heinz Klee)

POHLHEIM (rge), Restlos ausgebucht war am Wochenende der so von Moderator Horst Biadala bezeichnete Holzheimer „Kulturpalast“. 1.200 Besucher zählten die vier Aufführungen des neuesten Schwanks der Harmonie-Spielschar in der Kulturellen Mitte (Kulti) von Freitag bis Sonntag. „Aber, aber Herr Pfarrer!“ hieß es diesmal und das es dabei wieder jede Menge zu lachen gab, bei der Geschichte um ein leerstehendes Pfarrhaus in dem sich ein trinkfreudiger Obdachloser mit seinem Freund einquartiert, verstand sich selbstredend. Das Publikum zur Premiere am Freitag erlebte so auch blendend aufgelegte Akteure rund um die beiden Hauptdarsteller mit den beiden Obdachlosen Atze (Thomas Klee) und seinem Freund, den als Pfarrer verwechselten Freddy Schwarz, der in Person von Karl-Heinz Klee, für allerlei Verwechslungen und Missverständnissen um die Geschichte rund um die Kirchturmpolitik sorgten. Moderator Horst Biadala hatte so auch nicht zu viel versprochen als er in seiner Begrüßung der Theaterfreunde im Saal, darunter Bürgermeister Udo Schöffmann und der evangelische Ortspfarrer Martin Bubel, „gesellschaftsrelevanten Sachverhalte“ im spaßigen Kostüm mit einigem Ortskolorit ankündigte.

Da hilft nur noch Schnaps! vlnr. Atze (Thomas Klee) weckt seinen ebenfalls wohnsitzlosen Kumpel Freddy (Karl-Heinz Klee), der als neuer Pfarrer verwechselt wird. Rechts daneben seine Haushälterin Mathilde Faust (Karin Reitz).

Da hilft nur noch Schnaps! vlnr. Atze (Thomas Klee) weckt seinen ebenfalls wohnsitzlosen Kumpel Freddy (Karl-Heinz Klee), der als neuer Pfarrer verwechselt wird. Rechts daneben seine Haushälterin Mathilde Faust (Karin Reitz).

 

Seit neun Jahren ist die Harmonie-Spielschar nun in der Kulturellen Mitte Holzheims auf der Bühne aktiv und so hatten die diesjährigen Akteure neben Vater und Sohn Klee als Obdachlose im leerstehenden Pfarrhaus mit den weiteren Spielfiguren von der nervigen Witwe Josefine Maurer (Bärbel Geretschläger), der heiratswilden Dorothea Kruse (Kristin Loh), der Politik-Aktiven Valentine Fiebich (Sandra Röder), ihrem politischen Gegenspieler und windigen Banker Bernhard Mauschel (Christian Loh) bis hin zu der kirchentreuen Dame Sigtrud Schäufele (Anna-Maria Müller), der wunderlichen Hausfrauen-Vorsitzenden Pauline Mandel (Heike Kuhl), dem trinkfreudigen Kirchendiener Ottfried Krümel (Volker Vonderheid) und der Klartext redenden Haushaltshilfe im Pfarrhaus Mathilde Faust (Karin Reitz) auch in diesem Jahr wieder einiges zu erzählen. Alle spielten ihren Part mit denen ihrer besonderen Art, der schon alleine beim Hinschauen zum Schmunzeln animierte und die mit teilweise gepfefferten Dialogen gewürzt wurden.

 

"Aber, aber Herr Pfarrer!": vlnr. Sigtrut Schäufele (Anna-Maria Müller), Dorothea Kruse (Kristin Loh), Pauline Mandel (Heike Kuhl) und Josefine Maurer (Bärbel Geretschläger) sind erstaunt über die unkonventionellen Ideen des neuen "Pfarrers" (Karl-Heinz Klee).

„Aber, aber Herr Pfarrer!“: vlnr. Sigtrut Schäufele (Anna-Maria Müller), Dorothea Kruse (Kristin Loh), Pauline Mandel (Heike Kuhl) und Josefine Maurer (Bärbel Geretschläger) sind erstaunt über die unkonventionellen Ideen des neuen „Pfarrers“ (Karl-Heinz Klee).

Den Raum hinter der Geschichte lieferte so auch das leerstehende Pfarrhaus mit dem Warten der Gemeinde auf den neuen Pfarrer. Als dann der Obdachlose Freddy auftaucht, als Pfarrer verkannt wird und wieder Leben in die Kirchenbude bringt, sind die „Schäfchen“ in dem Örtchen zunächst verstört. Das „Pfarrer“ Karl-Heinz Klee, der im Wirklichen Leben als Prädikant ebenfalls auf der Kirchenkanzel steht, dann als katholischer Priester schon einiges in der Messe durcheinander bringt, löste dann lustige Dialoge aus. Mit erhobenen Daumen wachte Papst Franciscus selbst über die Szenen, der als Bild in der wieder toll arrangierten Kulisse zu sehen war. Da nützt es auch nichts, dass sich Klee outet und sagt „Ich bin nicht der für den sie mich halten“. Allein; keiner glaubte ihm. Die Glocken läuten und schon wurde er zum Gottesdienst aufgefordert. Die Aufklärung durch die besorgten treuen Kirchendamen folgte auf dem Fuß für den verkannten Freddy. Nicht um die sieben Zwerge sondern um die 12 Apostel habe es sich gehandelt und Urvater Abraham sei auch nicht Vater der Schlümpfe, waren einige Beispiele ihrer viel belachten Nachschau auf seinen Gottesdienst. Das er auf der Kanzel vor „proppenvoller Kirche“ nicht für den Vertreter der „Einzig richtigen“ Mauschel-Partei und dessen angestrebtes Landtagsmandat eintrat, ließ Bernhard Mauschels Spaß-Faktor gegen Null sinken. Der Anfangs eingeräumte Kredit für den „Pfarrer“ wurde vom „Finanzhai“ gekündigt. Das freute die Konkurrentin Valentine Fiebich. Der Gemeindediener behielt den Durchblick beim lokalen Politbetrieb: „Sind die Tauben unten, fressen sie aus der Hand, sind sie auf dem Dach scheißen sie einem auf den Kopf.“ Die Erleuchtung erfolgte nich nur beim trinkfesten Atze. Seine Forderung von „Schwertern zu Zapfhähnen“ für eine bessere Welt, war dann auch der Auftakt zum Stopp von Mauschel. Der beliebte Pfarrer Freddy dürfte bleiben, die heiratswütige Dorothea Kruse erhielt den verblüfften Atze als Mann und alle waren glücklich und zufrieden.

sHarmonie_Spielschar_AberAberHerrPfarrerC

Dafür gab es kurz nach 23 Uhr am Freitagabend viel Beifall. Horst Biadala und Harmonie-Vorsitzender Erich Klotz waren mit den Zuschauern glücklich und dankten allen Akteuren sowie der Souffleuse Inge Biadala, den für Maske und Deko verantwortlichen Christl Debus und Saskia Schwellnus, für Technik Hans Reitz und Regisseur Matthias Hampel sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern auf und vor der Bühne in der Kulti. Für die aufgrund der zurückliegenden ausverkauften, zusätzlich angesetzte fünfte Aufführung von „Aber, aber Herr Pfarrer“ am Freitag, 13. November um 20 Uhr an gleicher Stelle gibt es noch Karten, warb Biadala. Kartenbestellungen nimmt Tanja Bingel unter Telefon 06004 2964 entgegen.

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Hessen, Kultur, Landkreis Giessen, Lokales, Mittelhessen, Pohlheim, Theater, Veranstaltungen abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *