Kirmes in Hausen: Starker Hessen-Trunk kam schon vor 70 Jahren an

Burschenschaft Veronika blickt bei Kirmes auf 70 Jahre Tradition zurück – Kirmes-Feier vom 27. bis 29. August 2016 

70 Jahre Burschenschaft Veronika Hausen. Gründer 1946 und Kirmesburschen 1966 heute mit aktuell aktiven Burschenschaftlern vor dem Sportheim in Hausen: vordere Reihe 50 Jahre Kirmesburschen sind Ehard Schmitt, Gerhard Reitz, Gründer Wilhelm Müller, Karlheinz Müller. 2. Reihen die Burschen vom Veronika-Vorstand mit der alten Fahne Maximilian Klein, Sebastian Lauber, Sascha Fedak Sascha Schneider und Julius Blank.

70 Jahre Burschenschaft Veronika Hausen. Gründer 1946 und Kirmesburschen 1966 heute mit aktuell aktiven Burschenschaftlern vor dem Sportheim in Hausen: vordere Reihe 50 Jahre Kirmesburschen sind Ehard Schmitt, Gerhard Reitz, Gründer Wilhelm Müller, Karlheinz Müller. 2. Reihen die Burschen vom Veronika-Vorstand mit der alten Fahne Maximilian Klein, Sebastian Lauber, Sascha Fedak Sascha Schneider und Julius Blank.

POHLHEIM (rge)  – Im Sommer 1946 trafen sich in Hausen Otto und Werner Aff, Heinz Beck, Heinz Fink, Karl-Heinz Lüdge, Karl und Wilhelm Müller, Otto Reitz, Helmut Schäfer und Erich Schmidt regelmäßig im Gasthaus „Zur Jahneiche“. Bei den damaligen Wirtsleuten Heinrich und Frieda Fink war in diesen Jahren einer der wenigen gemütlichen Treffpunkte der jungen Leute in dem am Fuße des Kloster Schiffenberg gelegenen idyllischen Dörfchen. Nach dem Krieg waren endlich wieder friedlichere Zeiten angebrochen, man dachte wieder an die schönen Seiten des Lebens, auch um die oft vorherrschende menschliche und materielle Not zu vergessen. Die 10 Schulkameraden wollten feiern. Viel hatten sie nicht, aber sie hatten eine gemeinsame Idee und den Mut sie umzusetzen. Am 26. August 1946 gründeten sie so die Burschenschaft Veronika und schufen damit die Grundlage für die Kirmes, die nunmehr im Rahmen des 70-jährigen Bestehens auf dem Festplatz vom 27. bis 29. August groß gefeiert wird. Von den Männern der ersten Stunde leben noch als Gründer der 86-jährige Wilhelm Müller sowie Werner Aff und Heinz Fink. Müller kann sich noch genau an damals erinnern. Und auch ehemalige junge Burschen mit Karl-Heinz Müller, Gerhard Reitz und Erhard Schmitt, die vor 50 Jahren mit Hut, Klatsche und Bändern die Mädchen auf der Kirmes zum Tanz baten wissen einiges dem heutigen Veronika-Vorstand um die Vorsitzenden Sascha Fedak und Sebastian Lauber zu berichten.

Burschen von links: Gerhard Reitz,Bernd Balser,Karlheinz Müller und Erhard Schmidt

Burschen von links: Gerhard Reitz,Bernd Balser,Karlheinz Müller und Erhard Schmidt

Sie werden am kommenden Jubiläumswochenende in der traditionellen Burschen-Kluft beim sonntäglichen Festzug in einer Kutsche dabei sein und mitfeiern. Die Hausener Kirmes hat von fetzigen Rock mit zur „Hessens bester Cover-Band 2009“ gekürten Band „Seven Hell“ am Samstag (27.8.) über die am Tag darauf folgende zweite Auflage der „Masters of Hausen – Die Dorfolympiade“ mit Ortsvereinen und Gruppen am Nachmittag sowie Gottesdienst in der früh am Sonntag (28.8.) bis hin zum klassischen Frühschoppen mit Freibier und zünftiger Musik mit den Original Münchholzhäuser Blaskapelle am Montag (30.8.) für jeden Geschmack etwas dabei.

Die Kirmes in Hausen ist die letzte große traditionelle Zelt-Kirmes in Pohlheim. Darauf sind die alten und jungen Burschen mächtig stolz. Vor 70 Jahren gab es in den ersten Jahr kein Zelt. Es reichte der Kuhberg, ein selbst gezimmerter Tanzboden sowie eine Bretterbude für die Musiker. Das Fassbier besorgte Werner Aff, der in der Licher Brauerei als Dolmetscher arbeitete. Er zweigte damals noch in der von den US-Army verwalteten Brauerei entsprechende Mengen eigentlich für die GI`s reserviertes Ami-Bier ab. Der damalige Hessen-Trunk für die Soldaten war besser und stärker als das damals für das normale Volk bestimmte Bier, bestätigte Wilhelm Müller und war somit heiß begehrt. Werner Aff war es auch, dessen Vorschlag der Burschenschaft den Namen seiner Freundin „Veronika“ zu geben, die Mehrheit erhielt. Vielleicht auch deshalb, weil er die besseren „flüßigen“ Argumente hatte, wird Augenzwinkernd überliefert. Der ausgesuchte Festplatz auf dem Kuhberg musste allerdings erst hergerichtet werden. Dazu gehörten aufgrund der dortigen Felsen entsprechende Sprengungen durch das Hausener Sprengkommando Herzberger, heute unvorstellbar. Veronika_Burschenschaft_Hausen_70Jahre_Gründer-TellerWilhelm Müller wurde dabei durch einen Splitter am Knie verletzt, konnte somit bei der Premiere nicht dabei sein und war dafür ein Jahr später Kirmesbursche. Erste Kirmesburschen im Jahr 1946 waren Karl Müller, Helmut Schäfer, Otto Aff und Erich Schmidt. Finanziert wurde die Kirmes mit dem dem Tanz-Geld, das beim Betreten des Tanzbodens von den Burschen kassiert wurde. Die Kapelle kostete damals nicht gerade wenige 500 Mark. Die Wirtsleute machten ihr Geschäft mit der Verköstigung. Ab 1949 wurde für fünf Jahre auf der „Bette“ gefeiert, dann ging es man auf den Platz auf der „Oberen Aue“ entlang der Eisenbahnlinie in der Nähe der ehemaligen Zigarrenfabrik. Dort stand dann auch immer ein Zelt, dass zunächst aus einem Veronika-Eigenbau aus Stangen und Ami-Planen bestand, später von professionellen Zeltbauern erst aus Holz später und bis heute aus Metallträgern geliefert wurde. Das fordert von allen Beteiligten schwere Handarbeit, denen sich auch in diesem Jahr die jungen Leute der Veronika wieder ab Mittwoch beim gemeinsamen Zeltaufbau stellen. Seit 1971 wird auf dem Festplatz beim Bürgerhaus Hausen gefeiert. Damals, wie heute gilt „Jeder ist für jeden da.“.

Das Kirmes-Programm zum 70-jährigen Bestehen der Burschenschaft Veronika Hausen auf dem Festplatz mit :

Samstag, den 27. August ab 20 Uhr startet die feurige Rockshow von AC/DC über Foreigner bis ZZ-Top mit Hessens bester Cover-Band 2009 „Seven Hell“

Sonntag, den 28. August

11 Uhr Evangelischer Zelt-Gottesdienst mit Pfarrerin Christine Specht und Mittagessen

13 Uhr Festzug durch Hausen begleitet vom Musikzug Muschenheim mit anschließendem Familientag ab 14 Uhr mit den „2. Masters of Hausen – Die Dorfolympiade“ mit Musik der „El Dorados“ im Festzelt bis zum späten Abend

Montag, den 29. August

11 Uhr Traditioneller Frühschoppen mit der Original Münchholzhäuer Blaskapelle (Freibier ab 12 Uhr)

Bei dem Volksfest ist an allen drei Tagen auf dem Festplatz für Unterhaltung für Jung und Alt mit Auto-Scooter, Kinderkarussell sowie Schieß-, Los- und Spielbuden gesorgt. Die Veronika-Burschen laden herzlich zum Mitfeiern ein.

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