Projektvorstellung: Pohlheimer Outlet-Center mit Shopping, Unterhaltung … und Verkehr

Spanische NEINVER-Investoren stellen „Touristisches Infrastrukturprojekt für Hessen“ gemeinsam mit Partnern Jörg Fischer und Frank Smajek in Limes-Stadt vor 

So könnte das "The Style Outlet" laut dem Investor NEINVER in Pohlheim aussehen, halt nur mehr hessisch. NEINVER-Deutschland-Chef Sebastian Sommer erläutert das Konzept anhand von einem Outlet im Elsass.

So könnte das „The Style Outlet“ laut dem Investor NEINVER in Pohlheim aussehen, halt nur mehr hessisch. NEINVER-Deutschland-Chef Sebastian Sommer erläutert das Konzept anhand von einem Outlet im Elsass.

POHLHEIM (rg/rge/ger), 27.10.2017 – Durchschnittlich 6.000 kauffreudige Kunden täglich, die in 4.000 Autos anreisen, werden in der Stadt Pohlheim und der mittelhessischen Region in einigen Jahren in einem neu geplanten Outlet-Center zwischen Garbenteich und Lich erwartet. An Spitzentagen zum Wochenende entsprechend mehr. Dies prognostizieren zumindest die Investoren des spanischen Unternehmens NEINVER. Deren Geschäftsführer in Deutschland, Sebastian Sommer, gab in der Sport- und Kulturhalle Garbenteich, die Pläne um das Projekt mit den örtlichen Projektplanern Jörg Fischer (Kolmer und Fischer, GHI) und Frank Smajek (Lukani) bekannt. Sie titelten es als ein „Touristisches Infrastrukturprojekt für Hessen“. Ein in der Region in dieser Größenordnung einzigartiges Projekt. Dazu sollen neben dem Outlet-Center auch ein Freizeitpark und entsprechende Themenwelt sowie Tankstelle und Hotel gehören. Der dafür nötige Autobahnanschluss soll privat finanziert werden. Eigens wurde für die Projektentwicklung die Firma FS Entwicklungsgesellschaft Mittelhessen GmbH & Co. KG von den drei Projektpartnern gegründet. Die Investitionssumme alleine für das Outlet auf 31 Hektar Größe beträgt rund 85 Millionen Euro und wird somit leicht einen dreistelligen Millionenbetrag übersteigen.

Pohlheim soll damit erster hessischer Standort von einem Outland-Center werden. Hessen ist bisher Outlet-freie Zone. Zu der anberaumten Sondersitzung der Stadtverordneten waren über 450 Bürger gekommen, die aufmerksam den Ausführungen lauschten. Lange waren schon Gerüchte im Umlauf, die nun Bestätigung fanden. Vor den Türen hatten heimische Landwirte mit ihren Traktoren sowie Mitglieder der eigens gegründeten Bürgerinitiative ihren Widerstand gegen das Projekt friedlich bekräftigt.

Die Planungsskizze für die 40ha in Garbenteich Ost. Die Landesstraße soll verlegt werden. Kreisel werden gebaut und Autobahnanschlüsse.

Die Planungsskizze für die 40ha in Garbenteich Ost. Die Landesstraße soll verlegt werden. Kreisel werden gebaut und Autobahnanschlüsse.

Der Unternehmensvertreter vom zweitgrößten Outlet-Entwickler NEINVER in Europa präsentierte das Vorhaben von seinen besten Seiten. Das spanischen Unternehmen „im Familienbesitz“, sei nach Sommers Angaben führend in der Immobilienentwicklung, Asset- und Fondsmanagement und als Outlet-Betreiber. Zuvor hatte Jörg Fischer, die Pläne mit den neuen Auf- und Abfahrten von der angrenzenden Autobahn A5 anhand von Plänen erläutert. Die seitherige Landesstraße entlang von Garbenteich soll näher zur Autobahn verlegt werden. Lärmschutzmaßnahmen sind vorgesehen. Insgesamt müssen 40ha in der Projektfläche „Garbenteich Ost“ geplant werden. Sommer hob die zentrale strategische Lage des Standorts hervor. Ein städtebaulicher Vertrag, ökologische und nachhaltige Bauweise soll es geben. Vor allem geht es allerdings um Umsatzzahlen, die 10.9 Millionen potentielle Kunden im Umkreis von 90 Kilometer mit sehr hohem Kaufkraftpotential generieren sollen. Außerdem rechnet man mit den 14,5 Millionen Touristen in Hessen, die vielleicht einen Abstecher in das so bezeichnete „The Style Outlet“ machen werden. Eines dieser NEINVER-Projekte in Zweibrücken mit 114 Läden wurde im Februar 2017 in Zweibrücken für 587 Millionen Euro vom IRUS European Retail Property Fund an den britischen Fonds Via Outlets verkauft. 

Das Umfeld und der lokale Handel kann profitieren, so Sommer. Für die Mitbewerber in der Region, die es nicht schaffen der neuen Outlet-Konkurrenz zu widerstehen, sei es dann nur der letzte Tropfen zur Geschäftsaufgabe. Dafür gebe es meist nicht nur einen Grund. Insgesamt erwarte er neue Impulse für die Wirtschaft in Mittelhessen, so der Investor. Zwischen 2 – 4 Millionen Besucher erwartet man jährlich. Bereits jetzt werden 65 Millionen Autos auf den nahe gelegenen Autobahnen 5, 45 und 485 im Jahr gezählt. Besonders Pendler von und in die Metropole Frankfurt kennen die täglichen Folgen mit entsprechenden Staus. Diesen Fragen zum Verkehr, Emissionen und weiteren Folgen für die Limes-Stadt und seinen Nachbarn musste er sich mit Bürgermeister Udo Schöffmann besonders aus der Bürgerschaft stellen. Verwiesen wurde dabei immer wieder, entweder auf „keinen Einfluß“ (Schöffmann zur Dorf-Güller Landesstraße) oder Verkehrsgutachten, die zukünftig durch Experten aufgestellt werden.

Noch ist es noch nicht so weit, denn es liegen noch keine Genehmigungsrechtlichen Möglichkeiten für das Outlet-Center vor. Ob bereits Gespräche mit dem Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und seinen Beamten geführt wurden ist nicht bekannt, genau so wenig, ob es bereits grundsätzlich grünes Licht aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin für den geplanten Autobahnanschluss zwischen Butzbach und Fernwald gibt. Dort liegt der Schlüssel, denn mit der Auf- und Abfahrt steht und fällt das Projekt. Zunächst einmal müssen sich allerdings die Pohlheimer Stadtverordneten entscheiden, ob sie dem Aufstellungsbeschluss zustimmen. Dies wird nach entsprechenden Fraktionsberatungen voraussichtlich in der Stadtverordnetensitzung am 15. Dezember 2017 geschehen. Bei der durch einzelne Meinungsführer in den Mehrheitsfraktionen von CDU und FW um Bürgermeister Udo Schöffmann bereits signalisierten wohlwollenden Zustimmung, können dann die Planungen in die nächste Phase gehen. Schöffmann freut sich auf jeden Fall, dass die Wahl der Investoren auf seine Stadt gefallen ist. Das dürften Politiker, Bürger und Einzelhändler in den umliegenden Städten und Gemeinden um Gießen, Wetzlar und Marburg ein wenig anders sehen.

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