Erstes öffentliches Mahnmal für Völkermord an Armeniern und Suryoye kommt

Zustimmung im hessischen Pohlheim bei Gießen durch Stadtverordnete – Denkmal für Menschlichkeit

Erinnerung mit Kerzen vor der Volkshalle in Pohlheim. 1915 wurden über eine Millionen Christen im osmanischen Reich getötet.

Erinnerung mit Kerzen vor der Volkshalle in Pohlheim. 1915 wurden über eine Millionen Christen im osmanischen Reich getötet.

POHLHEIM (rg), Im hessischen Pohlheim bei Gießen, wird demnächst ein Mahnmal errichtet, das an den Völkermord an Christen im osmanischen Reich im Jahr 1915 und 1916 erinnert. Deutschlandweit wird es das erste öffentliche Denkmal dieser Art sein. Dem gemeinsamen Antrag von CDU und SPD stimmten die Stadtverordneten nahezu geschlossen am Donnerstagabend in einer zutiefst emotionalen Sitzung zu. Einzig die Fraktion Bündnis90/Die Grünen nahm nicht an der Abstimmung teil. Sie hatten sich ein allgemeines Mahnmal, ohne direkten Bezug auf dieses Ereignis, gewünscht. Pohlheim ist für über 3.000 Bürgerinnen und Bürger mit aramäischen, assyrischen, chaldäischen und armenischen Wurzeln neue Heimat geworden. Über 350 von ihnen waren in die Volkshalle gekommen und begrüßten die Entscheidung mit viel Applaus und Gebeten.

Pohlheimer Kommunalpolitiker mit aramäischen Wurzeln freuen sich nach der Abstimmung.

Pohlheimer Kommunalpolitiker mit aramäischen Wurzeln freuen sich nach der Abstimmung.

„Die christlichen Gemeinschaften im Vorderen Orient sind die ältesten der Menschheit, doch heute sind sie Minderheiten im eigenen Land.“ sagte der SPD-Stadtverordnete Prof. Dr. Ernst-Ulrich Huster in seiner Rede. „Ihre Vorfahren erlitten schlimmste Verfolgungen. Weit über eine Millionen Menschen kamen bei Todesmärschen und Massakern ums Leben. Daran erinnerte auch der Deutsche Bundestag mit einer Erklärung am 2. Juni 2016.“ Das Denkmal solle die Menschheit an Toleranz, Versöhnung und einem friedlichen Miteinander der Religionen und Völker mahnen, so Huster. Standort sowie die Gestaltung des Denkmals stimmen die syrisch-orthodoxen Gemeinden mit den Verantwortlichen der Limes-Stadt eng ab.

Über 200 Zuschauer verfolgten die Stadtverordnetensitzung in der Volkshalle in Pohlheim

Über 350 Zuschauer verfolgten die Stadtverordnetensitzung in der Volkshalle in Pohlheim

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