Limes und Heimatstube standen am „Tag des offenen Denkmals“ im Blickpunkt

Heimatforscher Heinz-Lothar Worm und sein Enkel waren Gäste in Watzenborn-Steinberg

Hannelore Schmandt und Birgit Kolmer, beide Organisatoren des nachmittglichen Heimatstuben-Nachmittags zum Tag des Denkmals mit Heinz-Lothar Worm und seinem elfjährigen Enkel Arne Worm

POHLHEIM, WATZENBORN-STEINBERG (rge/ger/rg), 13.09.2010

Reger Zuspruch gab es bei der Veranstaltung und dem Angebot anlässlich des „Tag des offenen Denkmals“ zu dem der Ortsverein Watzenborn-Steinberg der Heimatvereinigung Schiffenberg in Pohlheim eingeladen hatte. Das große Zimmer in der Pohlheimer Heimatstube war am Sonntagnachmittag bis auf den letzten Platz gefüllt. Als Gast war der bekannte Heimatforscher und Leiter des Hüttenberger Heimatmuseums sowie Buchautor Dr. phil. Heinz-Lothar Worm aus Linden zu einer Lesung in den Pohlheimer Stadtteil gekommen. Der hatte in seinem Gepäck als Lesestoff die spannende  Geschichte „Das Fegefeuer“ von dem Schwalmtaler Volkskundler Heinrich Theodor Weber mitgebracht. Für die musikalische Unterhaltung sorgte unter anderem auch sein elfjähriger musisch begabter Enkel Arne Worm, der mit selbst arrangierten Interpretationen von klassischer Musik am Keyboard die Besucher an diesem Nachmittag unterhielt.

Bereits seit dem frühen Sonntagvormittag hatten die Heimatfreunde Reinhard Maid Hans-Willi Büchler die Türen des römischen Limes-Wachturms auf dem Höhenzug zwischen Grüningen und Watzenborn-Steinberg für die Öffentlichkeit geöffnet. Einige Gäste waren von weit her angereist und nutzten die Möglichkeit zur Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes bestätigte Maid am Nachmittag. In der Heimatstube in der Ludwigstraße im Stadtteil Watzenborn-Steinberg hatten die Mitglieder der Heimatvereinigung und das Heimtstuben-Team zu diesem besonderen Tag, an dem die Öffentlichkeit bundesweit über die Arbeit der Denkmalpflege und Archäologie informiert und sensibilisiert werden soll, alles ganz besonders sorgfältig vorbereitet. In der Ausstellung wurden auch die neuen Vitrinen für die Trachtenpuppen präsentiert und in einer Bildergalerie mit alten Dorfansichten rund um den Schiffenberg vom heimischen Künstler Franz Bayer war mit ihren verschiedenen Maltechniken im Obergeschoss Aktuelles zu bewundern. Überhaupt hat sich die Heimatstube in den letzten Jahren zu einem lehrreichen Blick zurück in die heimatliche Vergangenheit gemausert. Empfehlenswert besonders für jüngere Generationen, die dort sehen können wie Großeltern und Eltern einstmals lebten und arbeiteten, sich kleideten und aufwuchsen. Am Sonntag gab es zur Stärkung der zahlreichen Besucher frischen Butterloch- und Streuselkuchen mit einer duftenden Tasse Kaffee.

Hannelore Schmandt (links) und ihre Schwester Margot Schmitt präsentierten im Duett musikalische Schmankerl am Tag des Denkmals in der Heimatstube Pohlheim

Die Gäste lauschten zur Begrüßung den Liedern von Hannelore Schmandt und ihrer Schwester Margot Schmitt. „Rose weiß, Rose rot“ aus der Feder des Heimatdichters Hermann Löns war eines ihrer melancholischen Lieder, die sie im Duett melodiös vortrugen. Worm hatte sich die Dorfgeschichte „Das Fegefeuer“ aus dem Vogelsberg für seine historische Lesung aus der Vergangenheit ausgesucht. Die spannende Geschichte handelt um Liebe, ein gebrochenes Versprechen, Herzleid und Ausgrenzung, in deren Verlauf der Hannes das zunächst wegen einer anderen Frau verschmähte „Bärbchen“ heiratet. Von der Dorfgemeinschaft aufgrund einer Zuchthausstrafe wegen einer aus Liebe vorgenommen Selbstverstümmlung beim Militär, ausgegrenzt, stirbt der Hannes dann doch noch an Trunk- und Schwindsucht. Die Gäste hören bei Worms Lesung die Botschaft aus einer so nicht mehr existierenden Zeit mit ihren gesellschaftlichen Zwängen und Ächtungen aufmerksam zu. Beifall gab es für ihn und die musikalischen Beiträge an diesem „Tag des offenen Denkmals“ in der Heimatstube von Pohlheim reichlich.

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