NAZIS verboten Sütterlin-Schrift

Heimatstube POHLHEIM erinnerte an Schriftentwicklung

Der 2. Vorsitzende des Ortsvereins Watzenborn-Steinberg der Heimatvereinigung Schiffenberg Heinz-Willi Büchler (vorne) erklärt interessierten Heimatfreundinnen und -freunden in der Pohlheimer Heimatstube wie Sütterlin geschrieben wird

POHLHEIM, WATZENBORN-STEINBERG (rge/ger/rg), Mit den für viele Menschen heutzutage unleserlichen Schriften und Texten in Sütterlin und Deutscher Schrift aus Urgroßmutterszeiten beschäftigten sich Mitglieder und Freunde des Ortsvereins der Heimatvereinigung Schiffenberg Watzenborn-Steinberg in der Pohlheimer Heimatstube. Unter Anleitung des ehemaligen Lehrers an der Adolf-Reichwein-Schule Pohlheim und aktuellen stellvertretenden Vorsitzenden der Heimatvereinigung Hans-Willi Büchler wurden nach einem Exkurs über die Entwicklung der Schrift Schreibübungen unternommen und alte Sütterlin-Texte gelesen.

Büchler informierte, dass Ludwig Sütterlin im Jahr 1911 die seit 1900 im deutschen Raum geschriebene Kurrentschrift durch die klaren schnörkellosen Buchstaben weiter entwickelte. 1935 führten die Nationalsozialisten die dem Sütterlin verwandte deutsche Verkehrsschrift ein und verboten in einem Erlass von NSDAP-Kanzleichef Martin Bormann im Jahr 1941 die gebrochenen Kurrent-Schriften, wie Sütterlin als „jüdische Lettern“. Pläne nach 1945, die deutsche Schrift wieder im Lehrplan zu etablieren blieben ohne Erfolg so Büchler. Die Teilnehmer des Sütterlin-Seminars in der Heimatstube freuten sich, dass die Heimatvereinigung Schiffenberg mit dem historischen und praktischen Exkurs in die Entwicklungen bis hin zur heutigen lateinischen Schrift die Erinnerung als Teil der heimatlichen Geschichte Wach hält, damit sie auch bei nachfolgenden Generationen nicht gänzlich in Vergessenheit geraten.

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