US-Generalkonsul Alford: USA können von Deutschland lernen

Der US-Generalkonsul Edward Alford vom Generalkonsulat Frankfurt war Ehrengast beim Neujahrsempfang des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ in Gießen

GIESSEN/WETZLAR (rge/ger/rg), Hochrangiger Diplomatenbesuch war am Mittwochabend in Gießen zum Neujahrsempfang des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar im Hotel Köhler gekommen. Der US-Amerikanische Generalkonsul des weltweit größten US-Generalkonsulates Edward Alford war aus Frankfurt angereist, um den geladenen Zuhörern aus mittelhessischer Politik, Wirtschaft und Partnerschaftsvereinen die diplomatische Sichtweise der USA zu den aktuellen Ereignissen im Krieg gegen den Terror, Wirtschaftskrise und Klimaerwärmung zu vermitteln.  Aber auch die jüngsten Kongress-Wahlen, die zu den erwartet starken Verlusten für die Demokraten führten und die Republikaner mit einigen der radikal-konservativen Tea-Party-Aktivisten stärkte waren Thema. Was der Ausgang der Wahl für die Obama-Präsidentschaft in den kommenden beiden Jahren letztendlich bedeutet ist noch unklar, so Alford.

Alford würdigte nach der Begrüßung durch Brücke-Präsident Roger Schmidt vor den  aufmerksam zuhörenden Gästen im großen Köhler-Saal zunächst die Leistungen des Deutsch-Amerikanischen Klubs besonders im Studenten- und Jugendaustausch seit über 60 Jahren. Er erinnerte dann an die wechselhaften aber immer freundschaftlichen transatlantischen Beziehungen zwischen Deutschland und den USA.

In den USA stehen bei den Menschen weiter Jobs und die Wirtschaft im Hauptblickpunkt ihres täglichen Lebens. 61 Prozent sehen das nach einer Umfrage als wichtigste Aufgabe der Regierung, erläuterte Alford. Danach komme erst die Außenpolitik, die ungewöhnlich gleichgültig gesehen werde. Massive Proteste beispielsweise aus der Studentenschaft gegen Kriege in Irak und Afghanistan, wie in früheren Jahren gegen den Vietnam-Krieg, gab es so gut wie nicht. Damals waren allerdings durch die Wehrpflicht viele US-Bürger direkt betroffen, heute sind die US-Streitkräfte Freiwilligenarmeen. Bei fast 10 Prozent liege die Arbeitslosigkeit, die durch die schlimmste Rezession seit 1930 ausgelöst worden sei. 8,5 Millionen Jobs seien in den USA verloren gegangen bevor im letzten halben Jahr wieder ein wirtschaftlicher Anstieg verzeichnet wurde bilanzierte Alford. Dies gemeinsam mit der Kontroverse um die Gesundheitsreform habe die Botschaft der Republikaner bei vielen Bürgern in der Öffentlichkeit verstärkt, dass die Demokraten das Land nicht aus der Krise führen könnten. Die allgemeine Frustration über die Wirtschaftsentwicklung wurde in die Wallkabinen getragen, so Alford. Es könnte aber auch bei kommenden Jahren wieder einen „Swing“ zurück zu den Demokraten geben. Aus der Mittelstandsförderung und dem Umgang mit der jüngsten Wirtschaftskrise in Deutschland könnten die USA lernen, ist seine Einschätzung.

Verstärkt wurden unter Obama die US-Investitionen mit einem starken Wachstum in saubere Energie um die globale Erwärmung durch gefährliche Verschmutzung mit Treibhausgasen zu verhindern, ging er auf Ergebnisse der jüngsten UN-Klimakonferenz in Cancun ein. In den USA sei man auf neuen Wegen zu einer sauberen Energiewirtschaft und Energiesicherheit, so Alford zu den von Präsident Obama gesteckten ehrgeizigen Energiezielen. 150 Milliarden US-Dollar seien dafür in den nächsten 10 Jahren für Forschung und Entwicklung eingeplant.

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