Pohlheimer Flugtage waren Attraktion für Ausflügler am Wochenende

Der Blick aus dem Ultraleichflieger C42 mit Pilot Wolfgang Deselaerns auf den Flugplatz Pohlheim während der Pohlheimer Flugtage

POHLHEIM, WATZENBORN-STEINBERG (rge/ger/rg), Der Pratt & Whitney-Sternmotor der 505 PS starken und ehemals im Algerienkrieg als Beobachter eingesetzten französischen Beaver wummerte dumpf und ohrenbetäubend. Hunderte von Zuschauern auf dem Segelflugplatz auf der Viehheide bei den Pohlheimer Flugtagen halten sich teilweise die Ohren zu, bis das 1960 gebaute Militärflugzeug mit Pilot Bernd

Wieder glücklich am Boden mit der französischen Broussard „Braver“ bei den Pohlheimer Flugtagen nach einem Rundflug. Bettina Schneider aus Watzenborn-Steinberg und Richard Schilder aus Stauffenberg

Axenbeck am Steuer und seinen vier Passagieren sich behäbig in den Himmel über der Stadt am Limes erhebt. Kurz darauf starten schon ein Gyrokopter, einem Hubschrauber ähnelnden Fluggerät. Es ist einiges los an diesem Wochenende auf dem Flugplatz der Segelfliegergruppe Steinkopf (SGS), dessen rund 100 Mitglieder in diesem Jahr das 50-jährige Vereinsjubiläum feiern können. Die Pohlheimer Flugtage bieten dafür den richtigen Rahmen für das halbe Jahrhundert SGS um Werbung für ihr Fliegerhobby zu machen.

 

Hunderte Zuschauer beobachteten die Flugzeuge und Piloten bei den Pohlheimer Flugtagen 2012

Der Vorsitzende der Segelfliegergruppe Steinkopf machte während der Pohlheimer Flugtage mit seinem Flieger auch Kunstflüge über den Köpfen der Zuschauer; hier bei der Vorbereitung zum Start

Deren Vorsitzende, Frank Bender ist zufrieden mit der Besucherresonanz der Flugtage, die letztmals im Jahr 2009 stattfanden. Und auch diesmal haben die Segelflieger wieder einiges geboten, damit es für das Auge des Betrachters viel zu sehen und erleben gab und auch ansonsten war für Unterhaltung für die ganze Familie gesorgt. Die Jugend der Feuerwehr Watzenborn-Steinberg warb um Nachwuchs, die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes waren da, für den Fall der Fälle der Ersten Hilfe. Für das leibliche Wohl war mit jeder Menge kulinarischer Leckereien von Chili con carne über Flammkuchen bis hin zur Thüringer Rostbratwurst gesorgt. Hüpfburg, Modellflieger und Kinderschminken sorgten zudem für Abwechslung bei den jungen Besuchern. Die Vereinsdamen servierten selbst gebackenen Kuchen. Nach dem sonnigen Samstag war der Himmel zunächst mit dichten Wolken überzogen, die am Nachmittag aber mehr und mehr der Sonne Platz machten. Am Morgen hatten zunächst die Gleitschirmflieger ihre Schirme ausgepackt und ihre Runden gedreht. Die ebenfalls in Pohlheim beheimateten Drachenflieger  erhoben sich in die Lüfte bevor die Fallschirmspringer aus Lützellinden wagemutig aus der Maschine gegen Erde stürzten und dort sicher landeten. Modellflieger aus Leihgestern, Grünberg und Staufenberg zeigten ihre Flugkunststücke ohne Pilot aber funkferngesteuert vom sicheren Boden von ihren Bastlern. Am Himmel zeigte SGS-Vorsitzender Frank Bender mit seinem Segelflugzeug, welche Belastungen Mensch und Material moderner Flieger bei Loopings aushalten können. „Sicherheit zuerst!“, sagte Wolfgang Seitz, Besitzer der schnellen russischen Yak. Erst nachdem das Leck im Ölschlauch gefunden und repariert war, gab er die Startfreigabe zum Motorkunstflug seines roten Vogels. 350 Flugstunden hatte sein Sowjet-Flieger schon unfallfrei absolviert, das blieb auch so. Informiert wurden den Zuschauern die Vorführungen und Technik an beiden Tagen von dem Flugexperten Hermann Kerzendorf. Und auch die beiden Flugleiter Uwe Breidenbach und Stefan Hofstetter hatten alle Hände voll zu tun, damit der rege Flugbetrieb an diesem Wochenende reibungslos über die Rollbahn ging. Start auf Start folgte von Vormittag bis

Ein Gyrokopter im Einflug auf dem Flugplatz Pohlheim

in den Abend. Der Andrang an der Anmeldung zu den Rundflügen mit der DO 27, der Broussard, den beiden Gyrokoptern sowie weiteren Fluggeräten war groß. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit ihre Heimat in Mittelhessen mal aus der Luft zu sehen. Und auch der Allgemeine Mitarbeiter war Gast bei Pilot Wolfgang Deselaers in seiner einmotorigen C42. In 100 Meter Höhe ganz ohne Flugzeugtür ging es um und über den Flugplatz bis alle Bilder im Kasten waren. „Flieger grüß mir die Sonne“ war an diesem Wochenende bei den Pohlheimer Flugtagen mehr als nur Programm.

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