Opfer sexueller Gewalt helfen die bildenden Künste

Brücke-Stammtisch im Hotel Köhler zu viel diskutierten Thema 

GIESSEN/WETZLAR (rge/ger/rg),

Die ehemalige Gefängnisärztin Dr. Barbara Bojack referierte bei der Brücke über „Sexuelle Gewalt“

Die ehemalige Gefängnisärztin Dr. Barbara Bojack referierte bei der Brücke über „Sexuelle Gewalt“

Wenn Kinder oder Erwachsene Opfer von sexueller Gewalt werden sind die Ursachen von Traumatisierung mit den Symptomen auf den ersten Blick nicht immer zu erkennen. Über die Auswirkungen des darauf folgenden Leidensweges mit seinen psychischen und körperlichen Auswirkungen auf die Opfer, informierte die Psychotherapeutin und ehemalige Gefängnisärztin Dr. Barbar Bojack. Sie war Gastreferentin beim Stammtisch des Deutsch-Amerikanischen Klubs „Die Brücke“ Gießen-Wetzlar im Hotel Köhler.

 

Oft wird die Unterlegenheit der Kinder ausgenutzt um sie gegen ihren Willen zu Handlungen zu zwingen, so Bojack. „Ein Kind weiß noch nicht was normal oder unnormal ist“. Nach der sexuellen Nötigung folgen oft für Beobachter zunächst unerklärliche Symptome, wie Depressionen, Schlaf-, Ess- und Angststörungen. Eine Beziehungsaufnahme ist schwer möglich, die Gefühle von Opfern geraten außer Kontrolle. Bojack informierte über eine Studie, dass geschätzt ein Fünftel von Mädchen und Jungen in der Kindheit in Deutschland sexueller und psychischer Gewalt ausgesetzt sind oder waren. Jedes 4. Mädchen beziehungsweise jeder 12. Junge sind betroffen. In den USA wurden 1.3 Millionen Menschen Opfer sexueller Gewalt alleine im Jahr 2010 gezählt. Sie alle benötigen dann als Wege der Verarbeitung psychotherapeutische Unterstützung. Dabei helfen dann unter anderem die bildenden Künste mit Theater, Tanz, Literatur und Kunst. Sie können den Selbstwert der Opfer wieder aufbauen und zur Linderung der inneren Verletzungen beitragen, stellt Bojack aus ihrer eigenen Arbeit fest.

 

Der nächste Brücke-Stammtisch findet bereits am Mittwoch, den 2. April um 19.30 Uhr im Hotel Köhler in Gießen statt. Dann berichten Schüler der Theodor-Litt-Schule in Gießen über ihr berufliches Auslandspraktikum am Milwaukee Area Technical College.

 

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