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Holzheimer Nahversorgung klappt dank „Susi Sorglos“

Bringservice boomt  

Daumen hoch für Susi Sorglos
Daumen hoch für Susi Sorglos in Holzheim

Oft merkt man erst, wenn man in Not ist, was man an seinem Heimatdorf mit einer vernünftigen Nahversorgung hat. Vor allem dann, wenn es um alltägliche Dinge ging, war bis vor kurzem für ein „Schnäppchen“ und ein paar Cent weniger kein Weg zu weit. Dass heute die mit einem „Laden um die Ecke“ in einer glücklichen Lage sind schätzen in Pandemie-Zeiten mit Einschränkungen im persönlichen Leben auch immer mehr Holzheimer. Seit Tagen erlebt Susanne Fuchs einen ungeahnten Zuspruch. „Liebe Susanne, schön, dass es dich gibt!!!“ hat ihr eine Kundin an die Scheibe ihres kleinen Lebensmittelladens geklebt. „Da musste ich schon ein paar Tränen verdrücken.“ sagt die Betreiberin von „Susis Sorglos Dorfladen“ am Telefon und ist dabei emotional hörbar berührt. Seit Montag hat sie ihr Geschäft nur noch von 8 bis 12 Uhr geöffnet, weil ihr Bringservice immer mehr nachgefragt wird. Nachmittags ist sie jetzt voll im Einsatz zur Auslieferung der Bestellungen. 

Ein Dankeschön von „Unbekannt“ für Susi Sorglos und ihre Kunden

Liebe Susanne, schön, dass es dich gibt!!!

Engpässe in der Belieferung hat es bisher, außer wie überall bei Toilettenpapier und Hygienetüchern, noch nicht gegeben. „Alles ist für den Kunden in haushaltsüblichen Mengen vorhanden.“ Wie allgemein üblich, hält sie sich an die Hygienebestimmungen, lässt nur noch bis zu fünf Kunden in entsprechenden Abstand in den Laden und hat Abstandsmarkierungen angebracht. Da haben die Leute freundliches Verständnis, so Fuchs. Aber sie hat auch schon erlebt, dass eine ältere Dame vor ihr geweint hat. Längst verdrängte „Kriegsgefühle“ von damaligen Mangelzeiten seien bei ihr aufgekommen, sagte ihr die Frau danach. Hamsterkäufe hat sie von Menschen aus der Stadt Gießen erleben müssen, die nach eigenen Angaben die kleinen Läden im Kreisgebiet systematisch nach Toilettenpapier absuchten. Das gab eine Kundin direkt zu. Hamsterkäufe hat sie freundlich und bestimmt unterbunden. 

Da musste ich schon ein paar Tränen verdrücken.

In den letzten Tagen sei dann immer mehr der Lieferservice angefragt worden. Das veranlasste sie die Ressource „Zeit“ neu zu planen, denn auch sie muss mit ihren Kräften haushalten. Unterstützung bekommt sie im Service von ihrem Ehemann Thomas. Den Bringservice bieten sie neben Holzheim auch für Dorf-Güll an. Bestellungen nimmt sie über die Social-Media-Kanäle, Telefonisch und per Brief entgegen. 

Anderswo ist die Auswahl größer, aber in Zeiten wie diesen sehen die Kunden die Vorteile der heimischen Versorgung, so Fuchs. Und überhaupt sagt sie „Ich habe die beste Kundschaft.“