Was ist denn nur bei diesen Speckmanns los?

Kreuzfahrt mit Holzheimer Spielschar – Schenkelklopfen bei 1.100 Kulti-Zuschauern beim Schwank „Kreuzfahrt im Schweinestall“

Rettung in Sicht! Thomas Klee in der wandelbaren Paraderolle

Rettung in Sicht! „Kreuzfahrer“ Thomas Klee in der wandelbaren Paraderolle

POHLHEIM (rg/rge/ger), „Was ist denn nur bei diesen Speckmanns los?“ fragte das neugierige Tratschweib Lisa Poppe alias Bärbel Geretschläger beim neuesten Streich der Holzheimer Harmonie-Spielschar am Wochenende angesichts des Durcheinanders auf dem Bauernhof. Auf der Bühne in der Kulturellen Mitte ging es wieder einmal in drei Akten richtig rund, diesmal beim Schwank „Kreuzfahrt im Schweinestall“. Im Mittelpunkt stand bereits bei der Premiere am Freitagabend einmal mehr Thomas Klee, dem die Doppelrolle von Bauer Jupp Speckmann und seiner fiktiven Halbschwester Judith im wahrsten Sinne auf den Körper geschrieben war. Und auch die anderen Spielschar-Akteure mit seinem Saufkumpan Walter (Volker Vonderheidt), dessen dominanten Weib Marie (Herma Becker), der Vorsitzenden des Gemeinderates Karin Hansen (Anna-Maria Beyer), deren politikinteressierten Schwester Klara Blick (Sandra Röder), Dorf-Scheriff Bernd (Ronny Seim), Jupps gutmütiger Mutter Gerda (Karin Reitz), Jupps verliebter Tochter Anna (Mona Geretschläger) und ihrem Freund dem Hoflehrling Jan (erstmals dabei, Benjamin Dern) waren zum Vergnügen der Zuschauer mit viel Spaß auf der Bühne bei der Sache.  Insgesamt über 1.100 begeisterte Zuschauer feierten die Akteure bei den vier Vorstellungen.

Action auf dem Holzheimer Hof!

Auf die Schippe. Action auf dem Holzheimer Hof!

Einmal anders als üblich, drehte es sich diesmal in der Geschichte im Schwank aus der Feder von Carsten Lögering weniger um die Liebe an sich, sondern viel mehr um die Angst des einfachen Dörflers vor der Begegnung mit der fremden Welt weit weg. Regisseur Matthias Hampel hatte die Holzheimer Amateurschauspieler wieder auf die Charaktere perfekt eingestellt. Christl Debus hatte mit Enkelin Saskia für das passende Outfit der Akteure gesorgt, Ronny Seim und Benni Dern hatten das perfekt bäuerliche Bühnenbild gestaltet. Zudem sorgte Hans Reitz am Abend für das richtige Licht und den Ton. Tanja Bingel hatte alles im Vorfeld perfekt organisiert, lobte bereits zur Begrüßung Moderator Horst Biadala die Monate langen Vorbereitungen aller Helfer und Akteure, bevor sich der Vorhang hob. Er hatte nicht zu viel versprochen, denn man wurde als Zuschauer in eine Geschichte einbezogen, die viel Anlass zum Schmunzeln und Schenkelklopfen gab. Auf dem Dreigenerationen-Hof der Speckmanns blieb dann auch kein Auge trocken. Jupp (Thomas Klee) und Freund Walter (Volker Vonderheidt) waren so eher Fans von Schnäpschen und Schützenfest, als von weltläufigen Abenteuern. „Hoch die Humpe, lass dich net Lumpe.“ lautete ihr Motto. So kam der Schützenpreis mit einer Mittelmeer-Kreuzfahrt, der dem volltrunkenen Jupp von seiner Tochter (Mona Geretschläger) und Hof-Lehrling (Benni Dern) der Ruhe wegen untergejubelt wurde, gar nicht gut beim wasserscheuen Jupp an.

Stinkefinger! Das geht doch nicht.

Stinkefinger in Holzheim! Das geht doch nicht.

Walter ging für den ängstlichen Bauer als Freundschaftsdienst inkognito auf Reise und der Bauer selbst zur Pseudo-Kreuzfahrt versteckt in den Schweinestall. Verkleidet als eigene Halbschwester Judith sorgte er dann für allerlei Trubel und Irritationen bei Mutter Speckmann (Karin Reitz) und im Familienleben. „Die stinkt wie Jupp.“ stellten dann auch Gemeinderatsvorsitzende Karin (Anne-Maria Beyer) und ihre Schwester (Sandra Röder) nach mehreren Prüfungen fest. Und als der sächselnde Dorf-Polizist (Ronny Seim) sich in Judith verguckte und dann noch den Untergang des Kreuzfahrschiffes „Costa da Drama“ mit Jupp an Bord meldete war das Entsetzen zunächst groß. Als Walter wieder schwer lädiert nach dem Schiffbruch auftauchte, wollte Jupp auch nicht länger „Transe aus dem Saustall“ sein. Alleine die phantastischen Geschichten, die er von seiner angeblichen Rettung präsentierte, waren schon alleine wegen Gestik und Mimik von Thomas Klee dem Publikum lautes Gelächter wert. Und als dann auch noch „Flipper“ als Schiffbruchretter von ihm angeführt wurde, folgte im Angesicht der Rettung Jupps die so nicht von ihm erwünschte Krönung auf dem Fuße. Dem angeblich Geretteten und seiner Familie wurden nochmal drei Wochen Kreuzfahrt mit dem Schwesterschiff vom Gemeinderat spendiert. Da fehlten selbst dem hartgesottenen Bauern die Worte. Die Überraschung zum Finale kamen beim Publikum an, denn der Applaus floss nach über drei Stunden reichlich für diesen gelungenen Streich der Spielschar vom Gesangverein Harmonie Holzheim.

sHarmonie_Holzheim_Spielschar_Kreuzfahrt-im-Schweinestall_2018_A

Da guckt ihr aber!

 

 

 

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Hessen, Kultur, Landkreis Giessen, Lokales, Mittelhessen, Pohlheim, Theater, Veranstaltungen abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *