80 Jahre und noch immer gut bei Stimme: „Singender Postbote“ Gerhard Fay

sFay_Gerhard_80_2019POHLHEIM (rg/rge/ger), Wie wird man eigentlich „Singender Postbote“? Die Frage ist für den Pohlheimer Gerhard Fay ganz einfach zu beantworten. Erstens stammt er aus einer alten Postler Familie, dessen Erbe als Ortsbekannte Familie „Posts“ in Grüningen bei ihm im Berufsleben als allseits beliebter Briefträger fortgesetzt wurde und zum Anderen entdeckte er schon mit zarten 12 Lenzen seine Leidenschaft für das Singen. Das kombiniert ergab den Ruf, der bis heute weit über den Landkreis seine meist reiferen Fans in Verzückung versetzt. Gute Laune, flotte Lieder und das alles mit viel Herz und einer sonoren Stimme sind seine Markenzeichen. Am Samstag (26.1.2019) wurde  er 80 Jahre alt. An`s Aufhören denkt er nicht, denn er fühlt sich noch fit. „Solange es die Gesundheit zulässt, will ich die Menschen mit Musik glücklich machen.“ sagt er. 

Wenn er auf seine 68-jährige Sängerkarriere zurückblickt fallen ihm Meilensteine ein, wie der Auftritt bei Rainer Holbes ZDF-Talentshow „Die Show-Chance“, die von 1967 bis 1973 ausgestrahlt wurde. Auf seinen damaligen 2. Platz ist er bis heute stolz.

Am 26. Januar 1939 in Gießen geboren begann sein Leben zunächst, wie bei vielen Kindern dieser Jahre in unruhigen Kriegszeiten. Erst einmal ging es nach der Schule 1954 in die Landwirtschaft der Eltern, er arbeitete in einem Lebensmittelgeschäft und besuchte die Landwirtschaftsschule. Seine Postkarriere startete er 1958 als Postzusteller in Friedberg, die er 1996 nach 37 Jahren beim Postamt Linden mit dem Ruhestand beendete. Familiär hatte er 1962 seiner Erika das Ja-Wort gegeben. Sie freuen sich über ihre drei Kinder, aus deren Ehen vier Enkel und drei Urenkel hervorgingen.

Sein Talent für den Gesang und den passenden Auftritt wurde bereits früh erkannt, denn schon mit 12 Jahren trat er erstmals als Solist auf. „Wenn ich groß bin, liebe Mutter.“ sang er damals passend im Blick auf seine eigene Zukunft. 1958 nahm er dann zusätzlich Gesangsunterricht, das brachte ihn weiter in seiner Karriere. In heimischen Chören war er geschätzt, so sang er bei den Grüninger Gesangvereinen, Adam Isheim und Eintracht sowie dem Watzenborn-Steinberger Jugendfreund und Sängerkranz. Ein wichtiger Schritt war auch sein Engagement im Extrachor des Stadttheaters Gießen, dass von 1969 bis 1981 andauerte. Konzertante Ereignisse, wie Auftritte in bekannten Kurorten oder Matinees begleiteten ihn bis heute. Bad Endbach, Bad Salzhausen, Bad Nauheim, Braunfels und Wetzlar bis ins bayrische Bad Füssing gehörten beziehungsweise gehören bis heute dazu. Wenn er zurückblickt, dann ist er dankbar, dass er diese musikalische Möglichkeiten hatte, aber auch das er persönlich die schwere Zeit einer Erkrankung im Jahre 2006 überwand. Aus dieser Dankbarkeit für die Genesung singt er noch heute alljährlich an Heiligabend im St. Josefs-Krankenhaus in Gießen für Ärzte, Pfleger und Patienten mit seinem instrumentalen Begleiter Oswald Menz ein Weihnachtskonzert. Er denkt aber auch an seine weiteren musikalischen Begleiter Willi Müller und Horst Schepp mit den Langgönser Rotkehlchen. So liebt und lebt er die Musik, wie Schlager, Volkslieder, Oldies und Operettenmelodien, mit denen er seine Zuhörer glücklich macht. Auftritte sind schon wieder einige fest für den Sommer gebucht, so unter anderem in Braunfels, Laubach und Bad Endbach.

Seinen 80. Geburtstag verlebt Gerhard Fay an seinem runden Jubeltag mit seiner Ehefrau in Bad Füssing, wo er in der Vergangenheit schöne Auftritte erlebte.  Gefeiert wird dann später mit der Familie, kündigt er an.

 

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