„Niemals geht man so ganz…“ – Pfarrerehepaar Specht sagt „Tschüss!“

sSpecht_Christine_Andreas_Abschied_Pfarrer_Garbenteich_2019_querPOHLHEIM (rg/rge/ger), „Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier…“ so heißt es im Liedtext der unvergessenen Trude Herr und so oder zumindest so ähnlich verhält es sich auch mit dem Pohlheimer Pfarrerehepaar Christine und Andreas Specht. 17 Jahre, genauer ab Februar 2002 wirkten sie in der evangelischen Kirchengemeinde in Garbenteich und später dann noch in Hausen/Petersweiher insgesamt 13 Jahre. Jetzt wechseln sie noch einmal auf eigenen Wunsch die berufliche Perspektive. Andreas Specht möchte weiter im Dekanat Gießen als stellvertretender Dekan mit Schwerpunkt auf die Themen „Familienbildungsstätte und gemeindepädagogischer Dienst“ arbeiten und Christine Specht wechselt auf die Pfarrstelle nach Allendorf/Lahn. Am Sonntag, den 10. Februar 2019 nahmen sie in der Garbenteicher Kirche offiziell Abschied von den Menschen ihrer Gemeinden und wurden von Probst Matthias Schmidt entpflichtet. Gleichzeitig bleibt aber Pohlheim weiter ihr Heimatort, denn in Garbenteich haben sie ihr Häuschen gebaut. Und hier wollen sie auch bleiben.

Christine und Andreas Specht (links) beim Abschiedsgottesdienst in der Garbenteicher Kirche, rechts Probst Matthias Schmidt

Christine und Andreas Specht (links) beim Abschiedsgottesdienst in der Garbenteicher Kirche, rechts Probst Matthias Schmidt

„Wenn es am Schönsten ist…“ überschreiben sie ihren Abschied selbst im Gemeindebrief und machen dabei den Menschen in ihren Gemeinden ein großes Kompliment. „Es ist schön in Garbenteich und Hausen/Petersweiher zu arbeiten. Das sehen wir auch nach all den Jahre so.“ schreiben sie und sagen sie auch im persönlichen Gespräch. Hier habe alles für die gebürtige Haigerin und den Darmstädter, die sich 1985 trauten und zuvor gemeinsam im Bethel das Theologie-Studium erfolgreich absolviert hatten. Danach waren ihre ersten beruflichen Schritte als Pfarrer in Laubach-Gonterskirchen und Schotten-Einartshausen bevor sie in Garbenteich ankamen.

 

„Wir sind dort hingegangen, wo die Leute waren.“  war eines ihrer Rezepte um die Kirche zu den Menschen zu bringen. Sie waren ein Pfarrerpaar, das gerne mitten unter Menschen war und Gottes Botschaft verbreitete. Gottesdienste bei Dorffesten, wie in Garbenteich oder beim Kartoffelfest des Obst- und Gartenbauvereins in Hausen gehörten dazu, wie auch alt bewährte Gottesdienstformen. Gerade die Arbeit mit Kindern, wie in der Zusammenarbeit mit der Lückebachschule Garbenteich oder bei Musical und Kinderchor mit den Ehrenamtlichen in Hausen war toll. Schöne Erinnerungen verbinden sie auch mit dem Kirchenjubiläum 750 Jahre in Garbenteich im Jahr 2008. Und gerade auch die Zusammenarbeit mit den engagierten Kirchenvorständen war fruchtbar. Besonders als es galt, Flüchtlinge zu betreuen, zeigte sich die Aufgeschlossenheit der Kirchengemeinden, deren Kirchenvorstände die Türen der Gemeinde öffneten als Hilfe nötig war. Gelungen sei außerdem, dass die beiden Kirchengemeinden aufeinander zugegangen seien. Sinnbildlich sehen sie dabei, den gemeinsamen Kirchgang entlang des Lückbachs als kirchlichen Meilenstein. Ergebnis sei es, dass die Konfirmanden diese Gemeinsamkeit der Gemeinden heutzutage als ganz normal ansehen, beobachten die Spechts. Zum sehr guten Klima in der Zusammenarbeit beigetragen hätten zudem die Watzenborn-Steinberger Pfarrer, als erstes damals in der Unterstützung der Gemeindearbeit Alexander Klein und aktuell Marisa Mann.

 

„Es ist und bleibt schön… „ sagen sie im Blick auf ihr Heimatdorf Garbenteich. Von dort fahren sie täglich zu ihren neuen Arbeitsstellen und es dient weiter als das Heim der Familie zu der die drei inzwischen erwachsenen Kinder zählen. Von dort starten sie auch mit ihrem Wohnwagen, gehen ihren weiteren Hobbys dem Fotografieren und Wandern nach.

 

„Danke!“ sagen sie für die freundliche Aufnahme und die gute Zeit, die offiziell in ihren ehemaligen, offenen Gemeinden Ende Februar endet und aus deren Mitte viele neue Ideen gewachsen sind. Garbenteicher bleiben sie weiter mit Leib und Seele. „Ich will weiter gehen, keine Tränen sehen, so ein Abschied ist doch kein Tod…“, konnte man schon in Trude Herrs Schlager zu Abschied und Neubeginn passend hören.

 

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